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„Das ist eine Niederlage“: Top-Manager macht harte Ansage zu Real


Auf der Jahreshauptversammlung der Metro hat Metro-Chef Olaf Koch einen Großteil seiner Rede dem Real-Verkauf gewidmet. Er betonte, dass unterschiedliche Umfrage gezeigt hätten, dass Kunden sich zwar ein großes Sortiment wünschen, allerdings nicht auf Selbstbedienung. Vielmehr wünschen sich Kunden Beratung und Inspiration. Auch deshalb habe man 2015 eine Markthalle in Krefeld eröffnet.

Zwar konnte man den Umsatz, die Kundenresonanz und die Frequenz steigern, dennoch kämpfte Real an anderer Stelle mit einer großen Herausforderung. Koch berichtete, das Unternehmen habe im Vergleich mit anderen Mitbewerbern 30 Prozent höhere Personalkosten.

Deshalb habe man mit dem Gesamtbetriebsrat im Mai 2016 an einem wirtschaftlicheren Zukunftstarifvertrag und Haustarif gearbeitet. Im März 2018 stand fest, dass es beides nicht geben werde. „Das ist eine Niederlage“, sagte der Metro-Chef.

Nun habe das Unternehmen eine Einigung mit dem deutsch-russischen Konsortium bestehend aus x+bricks und der SCP Gruppe erzielt. Auf der Jahreshauptversammlung der Metro sagte Olaf Koch über das laufende Geschäftsjahr des Großhändlers: „Darüber hinaus, haben wir mit dem Finanzinvestor SCP Group eine kommerzielle Einigung über den Verkauf der Real GmbH erzielt.“

Gemeinsam mit dem Frankfurter Immobilieninvestor x+Bricks übernimmt das russische Unternehmen SCP Real komplett. Damit der Deal durch ist, braucht es noch die Genehmigung der Wettbewerbsbehörden. Diese könnte bald erfolgen. Vor wenigen Wochen hatte das russisch-deutsche Konsortium die Übernahmepläne der EU-Wettbewerbskommission zur Prüfung vorgelegt.

So läuft der Real-Verkauf ab

Indirekt kommt der Plan einer Zerschlagung gleich. Denn die 277 Real-Märkte sollen in Etappen entweder verkauft, umgebaut oder geschlossen werden. Ein kleiner Teil an Märkten soll unter dem Namen Real weitermachen. Das operative Geschäft bleibt für die nächsten zwei Jahren in den Händen von Real. Wie viele Real-Märkte weitermachen, ist allerdings noch völlig unklar.

Die Vereinbarung sieht eine Veräußerung von Real als Ganzes zu einem Unternehmenswert von etwa einer Milliarde Euro vor, wie es in der Mitteilung heißt. Metro erwarte einen Nettomittelzufluss von etwa 300 Millionen Euro und weiterhin mehr als 1,5 Milliarden Euro Nettomittelzuflüsse nach sämtlichen Transaktionskosten aus dem Verkauf von Real und der Veräußerung eines Mehrheitsanteils am chinesischen Geschäft.

Metro selbst will sich komplett auf den Großhandel konzentrieren. Für eine Übergangszeit sollen die Servicegesellschaften von Metro weiterhin Dienstleistungen für Real erbringen. Diese würden allerdings nach und nach reduziert.


Quelle: Chip.de

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